Trage oder nicht?

Tasche, Rucksack oder Koffer? AED ja oder nein? Ist eine Trage wirklich notwendig? Dienstkleidung? Warnwesten? Wo einkaufen? Alle diese Fragen und alles Weitere, was mit eurer Ausrüstung zu tun hat, findet hier Platz!

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10.11.2011, 18:20
Original von madhef
Auch heißt fehlende Lauffähigkeit i.d.R. Schmerzen. Und da park ich keinen erst mal für 20-30 Minuten (evtl. auch länger) irgendwo, wenn ich nach spätestens 10 Minuten einen adäquaten Transport für diese Person zu einem Doc da habe. Wioe lange der Pat im Klinikum dann warten muß ist letztlich nicht mein Problem. Meist ist es aber so, das Drive-In-Kundschaft etwas schneller dran kommt.

Original von Zeuschen
Bei letzterem hat man halt mehr Action, mehr Stress für die Eltern (die dann ja hinterherfahren müssen) und höhere Kosten.

Ach so: Die Kosten sind nicht mein Problem.


1. In den meisten KH die ich kenne wird der Patient zwar schneller im System eingepflegt wenn der RD ihn bringt, aber ob der dann noch n Arzt in den nächsten 8 Stunden sieht, ist noch lange nicht gesichert. In Berlin nutzen viele KH ein Derivat der Manchester Triage System; ob der Pat mit RD oder Schraube kam, wenn der Grün eingeteilt wurde, wartet er nunmal ewig.

Den RTW zu rufen (wenn in der Gegend ein KTW nicht alarmierbar ist) ist legitim wenn der Patient wirklich starke Schmerzen hat, die durch einen Liegendtransport gemindert werden können. Nicht jede Heulsuse braucht einen RTW.

Die Kosten gehen uns alle insofern was an: Je mehr RTWs genutzt werden, desto Teurer ist unser Gesundheitsystem, und so geht unnötig Geld flöten.
(Jaaa liebe RD Kollegen, ich weis, die Arbeitsplätze, aber das kann echt nicht das Argument für das System sein!)
" Die jungen Leute von heute sind wesentlich angenehmer als in den 60er, 70er und 80er Jahren. Sie sind toleranter und respektvoller, auch älteren Leuten gegenüber. "
- Heino

10.11.2011, 18:29
Danke, M1k3, solche Diskussionen sind manchmal etwas mühselig, wenn beide nur 1 Seite kennen...
Mein Verein: DLRG
Meine Ausbildung: Sanitäter und Wasserretter

10.11.2011, 19:05
Original von M1k3
1. In den meisten KH die ich kenne wird der Patient zwar schneller im System eingepflegt wenn der RD ihn bringt, aber ob der dann noch n Arzt in den nächsten 8 Stunden sieht, ist noch lange nicht gesichert.


Das mag sein. Ist aber letztlich nicht mein Problem. Egal wie ich den Pat. loswerde.


Original von M1k3
Den RTW zu rufen (wenn in der Gegend ein KTW nicht alarmierbar ist) ist legitim wenn der Patient wirklich starke Schmerzen hat, die durch einen Liegendtransport gemindert werden können.


Sag ich ja.

Original von M1k3Nicht jede Heulsuse braucht einen RTW.


Zustimmung! Heulsusen können von mir aus selbständig von A nach B kommen. da erübrigst sich die Trage.


Original von M1k3Die Kosten gehen uns alle insofern was an: Je mehr RTWs genutzt werden, desto Teurer ist unser Gesundheitsystem, und so geht unnötig Geld flöten.


Das stimmt zwar. In dem Fall belastet es zwar weniger die Krankenkassen als eher die Unfallkassen aber letztlich ist man auch der Zahler. Aber so betrachtet haben die Unfallkassen mE noch andere Bereich in denen sie Geld sparen könnten und dies nicht tun (z.B. Regreßforderungen bei Unfallverursachern, welche nur in bestimmten Fällen erfolgen, aber auch andere Dinge).
Marc, 36 Jahre
Leiter SSD, EH-Ausb.
Ausbildungsstand: Genug um eine recht lange Liste zu produzieren.

10.11.2011, 23:19
Also, in vielen Bündesländern ist ENTWEDER eine Liege in einem Raum ODER eine Klapptrage vorgeschriebene Mindestausrüstung. So auch bei uns in Schleswig-Holstein.

Alle Schulen besaßen schon bei Gründung des SSDs mind. eine Liege.

Tragen waren jedoch Fehlanzeige.

Wir haben uns damals überlegt, anstelle einer neuen Klapptrage (die ich für wichtig erachte) Spineboards anzuschaffen, da man hiermit neben der Tragefunktion auch eine Ganzkörperimmobilisation durchführen kann. Der Nachteil ist allerdings, dass der EInsatz des Boards eine ganze Menge Übung abverlangt.

Im Rahmen unserer 40-Stunden-Grundlehrgänge ist auch kein ausreichendes Zeitfenster für eine detaillierte Unterweisung vorhanden.

So nutzen eigentlich nur die Kollegen, die den großen Sanitätsschein gemacht haben oder die im Rahmen eienr schulinternen Schulung auf die Boards eingewiesen worden sind, diese im Bedarfsfall auch.

Im Nachhinein denke ich, dass eine DIN-Klapptrage für den Schulbetrieb absolut ausreichend ist. Hier haben wir gerade einige ausgesonderte Modelle von einem stillgelegten Betrieb für 5 Euro/Stück übernehmen können. Wenn sich da günstige Beschaffungsmöglichkeiten bieten (vielleicht auch über eure betreuuende HiOrg), würde ich schon zugreifen.

Bei weitläüfigen oder ebenerdigen Schulgeländen macht es ggf. Sinn, zusätzlich auch noch ein Fahrgestell für die DIN-Klapptrage oder eine gebrauchte Fahrtrage zu beschaffen. Ist aber natürlich auch wieder mit viel Einweisungsaufwand und regelmäßigem Training verbunden...
35 Jahre, Im-RTW-beim-Patienten-Sitzer, hauptamtlicher "Zivi"-in-den-Hintern-Treter, ehrenamtl. Löschknecht, Obermufti von einigen SSDs -- im schönsten Bundesland der Welt: Schleswig-Holstein!

11.11.2011, 13:32
Wo findet man denn diese Vorschriften?
Truppführer, Sprechfunker (Analog), Atemschutzgeräteträger
Jugendwart
Leiter SSD a.D.
Sanitäter (DRK)

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- Abi 2012 -
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11.11.2011, 15:45
Das sind Vorschriften der GUVV des jeweiligen Bundeslandes, musst einfach mal Google fragen.
Mitglied bei *dem* BRK und bei den Brandpatschen

11.11.2011, 16:02
Einfach mal nach der GUV-SI 8065 googlen. Die ist soweit mir bekannt von allen Unfallversicherern in Kraft gesetzt worden.
Marc, 36 Jahre
Leiter SSD, EH-Ausb.
Ausbildungsstand: Genug um eine recht lange Liste zu produzieren.

13.11.2011, 12:07
Ein Tragetuch ist sicher eine gute Alternative auch entsprechend sitzend zu transportieren. Muss dann entsprechend geschult und geübt werden.

Was aber zu bedenken ist, gerade bei Schülern: a) sind gerade die Jüngeren nicht übermäßig kräftig und b) sind die häufig unterschiedlich groß. Führt also dazu, dass man eine Trage ja sowieso nur mit 4 Mann tragen sollte, wenn wer drauf liegt. Diese aber unglaublich schief liegt, wenn alle 4 Träger unterschiedlich groß sind. Aussderm noch die Überlegung: Will man es noch wachsenen Knochen und Kinder/Jugendlichen Rücken zumuten Menschen durch die Gegend zu schleppen? Ich persönlcih würde nicht wollen, dass meine 14Jährige Tochter Leute schleppt und sich damit den 1. Bandscheibenvorfall vorprgammiert. Das mal zum Bedenken.

Weiterhin stell ich mir die Frage: Wenn jemand Privat umknickt und sich den Fuß wie auch immer kaputt macht, dann kommt da ja üblicherweise auch keiner, der ihn ins Auto trägt oder schiebt oder sonst was. Also ist doch die Frage: Kann er/sie noch humpelnd vllt. mit Hilfe sich bewegen (üblicherweise wohl ja), dann darf Mama mit dem Auto kommen und dann wird das schon gehen. Oder ist die Verletzung so schwerwiegend, dass ein bewegen nun gar nicht mehr möglich ist, dann ist eh Zeit für das große weiße Blaulichtauto.

Das mal zum Überlegen.

Liebe Grüße
Okergirl
"Neun von zehn Stimmen in meinem Kopf sagen ich bin nicht verrückt. Die andere summt das Lied von Tetris."

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