Privater Notfallrucksack

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01.03.2016, 13:46
Mahlzeit die Damen und Herren,

ich möchte mir in näherer Zeit einen eigenen Notfallrucksack zulegen, den ich dann auch u.A. in mein Auto packen würde.

Aktuell habe ich gerade DEN hier im Visier, da er bereits eine recht große Füllung enthält. (DIN 14 142:2005 für Feuerwehr-Verbandkasten K Typ 4)
Den Rest (RR-Manschette, Stethoskop, Gudeltuben, Beatmungsbeutel, Larynxtuben...) muss man natürlich noch besorgen, aber kann ich mir bestimmt irgendwo "schnorren"

Ich bin (noch) 18 und (noch) Rettungshelfer.

Was meint ihr dazu oder könnt ihr mir vielleicht einen empfehlen?

Grüßle
Marcel
hauptamtl. Rettungssanitäter - ex Feuerwehr'ler (Truppmann & Atemschutzgeräteträger)
01.03.2016, 16:35
Prinzipiell halte ich die Notwendigkeit eines so ausgerüsteten privaten Notfallrucksacks nicht für gegeben. Der Effekt auf den Patienten ist eher marginal und dient meines Erachtens eher der "Sicherheit" bzw. dem Selbstbewusstsein der Ersthelfer, weil man sich dann eher in weiteren - aber nicht entscheidenen Maßnahmen - wie Blutdruck messen,.... verlieren kann.

Wenns denn aber trotzdem einer sein soll, würde ich mich an der DIN für Sanitätsrucksäcke orientieren (DIN 13155 m.W.), wobei auch da das Verbandsmaterial m.E. massiv überpräsentiert ist.
02.03.2016, 00:28
Das ist ein etwas größerer Verbandkasten für einen horrenden Preis - nur weil man rein optisch damit angeben kann..?
02.03.2016, 05:38
Noch bedenklicher an der Aussage finde ich die Tatsache mit dem Schnorren. Wenn ich eines hasse, sind das "Helfer", welche ehrenamtliche Rettungsmittel und Materiallager aus Privatvergnügen leerräumen.
02.03.2016, 12:11
Einfacher Larynxtuben-Satz 38,00 Euro, vernünftiger Beatmungsbeutel rd. 290 Euro, RR-Manschette 28 Euro, Stethoskop 9 Euro, Guedeltuben 5 Euro...

370 Euro. Ganz schön viel Geld zum "schnorren"...

Ich hoffe du meinst damit nicht die ungefragte, widerrechtliche private Entnahme von Verbrauchsmaterial aus RTD-Lagern, welches von Mitgliedern des Sozialversicherungssystems zum Gebrauch an Notfallpatienten bereitgestellt worden ist... Damit würdest du nämlich auch mich beklauen, schließlich finanziere ich das Rettungsdienst-System durch meine Krankenkassenbeiträge mit...

Zum Glück gibt es Seriennummern...
02.03.2016, 12:58
Das "schnorren" war auf KEINEN Fall auf klauen bezogen sondern eher darauf, dass irgendwo bestimmt so Zeug in meiner Bereitschaft rumliegt, das nur verstaubt.

Mittlerweile bin ich auf den gleichen bei Meier-Medizintechnik gestoßen
Das ist der gleiche (wie oben) nur schon mit einer größeren Füllung (Atmung , Diagnostik, Infusion / Injektion, Immobilisation und Verbandstoff DIN 13164)
hauptamtl. Rettungssanitäter - ex Feuerwehr'ler (Truppmann & Atemschutzgeräteträger)
02.03.2016, 13:08
Ähm.. Bloß weil Material augenscheinlich ungenutzt herumliegt, bedeutet das noch nicht, dass der rechtmäßige Besitzer sein Eigentum daran aufgegeben hat.

Aber nebenbefundlich sind die Zeiten, in denen man über 30€ für einen Beatmungsbeutel ausgegeben hat, ja wohl vorbei. Meinen AMBU Spur habe ich für 13€ erworben.
02.03.2016, 13:11
Weil es rumliegt, heißt es nicht, dass ich es einfach nehmen würde (!)
Der obrige Rucksack enthält ja u.A. alles wichtige.
hauptamtl. Rettungssanitäter - ex Feuerwehr'ler (Truppmann & Atemschutzgeräteträger)
02.03.2016, 16:51
Ich würde mich grundlegend nur drei Sachen ins Auto packen:
Ambubeutel (+Guedel)
Stifneck
Tornequet
für alles andere reicht ein ganz normaler Autoverbandskasten und der Rest der nicht abgedeckt wird, ist nicht akut lebensbedrohlich.
02.03.2016, 17:00
Warum man ein Tourniquet dabei haben "muss" is mir schleierhaft. Der Rucksack würde u.A. für HvO Zwecke genutzt werden.
hauptamtl. Rettungssanitäter - ex Feuerwehr'ler (Truppmann & Atemschutzgeräteträger)
02.03.2016, 17:32
Maruseru hat geschrieben:Warum man ein Tourniquet dabei haben "muss" is mir schleierhaft. Der Rucksack würde u.A. für HvO Zwecke genutzt werden.

Weil du damit Leben rettest und das Überleben des Patienten verbessern kannst.
Alle anderen Materialien sind da nur "weils schön aussieht" und der Helfer weniger verunsichert ist weil er ja noch Blutdruck messen kann anstatt sich auf die viel wichtigeren Basismaßnahmen und den eigenen Blick zu konzentrieren.
02.03.2016, 20:13
Können wir bitte vom "Ich packe meinen Koffer" zurück zum Hauptthema kommen?
hauptamtl. Rettungssanitäter - ex Feuerwehr'ler (Truppmann & Atemschutzgeräteträger)
04.03.2016, 00:07
Ich fasse mal zusammen:

1. Nicht klauen!
2. Das was Leben rettet, macht auch privat Sinn. Sprich:
- Zunge / Erbrochenes aus'm Weg
- Luft rein
- Blutungen stoppen

Eigentlich doch sehr nah am Thema dran. Ob Du das Zeugs jetzt im Kartoffelsack oder im "First-responder-emergency-life-safer-bagpack" unterbringst, ist völlig unerheblich.
21.03.2016, 18:23
Hallo,
ich habe auch einen privaten Notfallrucksack. Es ist der Notfallrucksack YELLOW RED von Bexamed. Ich komme sehr gut mit den Rucksack zurecht. Es wird oft (auch außerhalb des Internets) darüber geredet wie sinnlos bzw. ungünstig es ist sich einen privaten Notfallrucksack zu kaufen. Meinen benutze ich bei Veranstaltungen im SSD oder auf Klassenfahrten. Ich gehe dieses Jahr noch zur Bereitschaft und werde Sanitäter. Es wird sich also die eine oder andere Möglichkeit ergeben den Rucksack weiterhin zu verwenden. Meine Füllung ist sehr einfach ich bin ja schliesslich nur Ersthelfer mit einen zusätzlichen Erste Hilfe Kurs von der Jugendfeuerwehr. Meine Füllung: Verbandmittelsortiment nach DIN 13157, eine Modultasche für Verbrennungen ( 2 Fixierbinden 8cm, 5 Verbandpäckchen Aluderm, paar Verbandtücher, paar Brandwundenkompressen und eine Rettungsdecke), 1 Pocketmask, 1 Blutdruckmanschette, 1 Fingerpulsoximeter, 1 Fieberthermometer+ Schutzhüllen, Splitterpinzette, SAMSplint Gr. L, 2 Bandagen elastisch, 2 Ringe (aus Dreiecktücher), 3 Kältesortkompressen, 2 Mullbinden, 1 Netzverband, 2. Rolle Heftpflaster, 2 Verbandscheren BW, 1 Verbandschere nach Lister 16cm, 2 Lightsticks, 1 Warnweste, 2 Rettungsdecke, 4 Einwegmundschutz, 12 Paar Nitrilhandschuhe, Pflaster in diversen Größen, Notizblock, Einwegrasierer, Händedesi, Taschentücher
Also ich habe diese Füllung aus Erfahrung in dem Rucksack und finde es ist nicht zuviel. Wenn man helfen kann, darf und will steht eigentlich nichts im Wege sich irgendeinen Rucksack oder eine Notfalltasche zu besorgen.
23.03.2016, 18:31
Ich habe auch immer meinen privaten "Notfallrucksack" dabei. Der steckt ständig in meiner Hosentasche. Mehr als Handschuhe und das Beatmungstuch brauche ich nicht und habe ich primär auch noch nie gebraucht.
Im SSD kam ich mit Handschuhen für den Erstangriff immer sehr weit. Das ganze Messzeugs ist schön, aber am Anfang unwichtig. Schaue dir deinen Patienten an und du weißt direkt Puls, Blutdruck und Sättigung. Nicht auf die 3. Kommastelle genau, aber immerhin grob. Dann sprich mit ihm und du merkst alles. Falls es doch mal mehr sein sollte, ist der Rettungsdienst nur einen Anruf weit entfernt.
"Wir essen jetzt Opa!"
Satzzeichen retten Leben!

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