Faschingsparty in der Schule (ab SanH)

Notfallszenarien für Ersthelfer bis Rettungsdienstmitarbeiter.

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27.02.2011, 19:13
Sicherheitshalber in der stabilen Seitenlage, damit es keine größeren Probleme gibt, wenn er sich nochmals übergeben muss...

Blutdruck bitte auch noch ;) .
Ist der Patient weiterhin vollständig ansprechbar? Dann gibt es nämlich was Cola im Sani-Raum im Sitzen...die Nierenschale wird mal in unmittelbarer Nähe platziert für den Fall der Fälle.

27.02.2011, 19:17
Werte im Sanraum: RR 120/80 Puls 130, SpO2. 98%

Die Vigilanz ist mittlerweile deutlich gemindert. Er ist aber noch erweckbar.

27.02.2011, 19:21
Erweckbar heißt was?
Augen jetzt durchgehend geschlossen bzw. Reaktion nur noch auf Ansprache oder Schmerzreize?

Bei einer Bewusstseinsstörung (was das ja dann wäre) würde ich mich doch sicherheitshalber zu einem Notruf entschließen, wie es gefordert ist...

27.02.2011, 20:06
Wenn du ihn ansprichst reagiert er. Ansonsten sind die Augen geschlossen.

Notruf ist abgesetzt.

27.02.2011, 20:15
Okay, dann geht auch ein Einweiser nach draußen...

Auf die orale Gabe verzichte ich aufgrund des Bewusstseinzustandes. Stattdessen bereitet ein Sani eine Infusion Ionosteril o.ä. vor und ein zweiter Helfer einen Zugang (lediglich vorbereiten!).
Weiterhin regelmäßig die Vitalwerte kontrollieren (durch Pulsoxy/alle 5 Minuten RR) und weiterhin versuchen, mit dem Patienten (der jetzt weiterhin in der Seitenlage auf der Trage verbleibt) in ein Gespräch zu verwickeln.
Wenn wir jetzt noch die Zeit haben, können wir ebenfalls noch mal in die Pupillen leuchten...

Ein Sani könnte sich ebenfalls auch um die Freundin unseres Patienten kümmern, also was mit ihr reden...

Edit: Da wir innerhalb des Gebäudes sind, halte ich Wärmeerhalt für nicht wirklich erforderlich. Auf die Sauerstoffgabe verzichte ich bisher bewusst...
Zuletzt geändert von Tone Bone am 27.02.2011, 20:17, insgesamt 2-mal geändert.

27.02.2011, 21:09
Pupillen reagieren normal.

Ok, der Rettungsdienst ist du und bedankt sich für das vorbildlich abgearbeitete Fallbeispiel. Ist allerdings etwas verwundert, dass du von einer Alkoholintoxikation mit leichter Hypoglykämie sprichst bei einem BZ von 47.

27.02.2011, 21:16
Mh, also klassisch spricht man ja ab einem BZ unter 60 von einer Hypoglycämie...so wird es zumindest hier gelehrt.

Und gerade bei Alk-Intox sollte man ja in der Hinsicht vorsichtig sein, insofern wird der Arzt im KH sicher auch in Erwägung ziehen, etwas Glucose in die Infusion (die der Patient sicher bekommen wird) zu geben...
Damit ließen sich übrigens auch ein paar der Symptome erklären, die nicht unbedingt nur zum Alkohol-Intox passen.

27.02.2011, 21:40
ok, natürlich hast du Recht. Es kommt halt auch imemr drauf an, wie hoch der BZ normalerweise ist. Wenn jemand normalerweise immer ca. 180 hat, dann kann der auch schon früher Symptome zeigen. Dieser junge Mann sollte hier aber eigentlich nur unterzuckert sein. Der Alkohol sollte kein wirkliches Problem darstellen. (sollte nur die Diagnose erschweren)

28.02.2011, 00:23
Besonders durch die Hemmung der Gluconeogenese kann es bereits bei relativ niedrigen Promillewerten zu einer insuffizienten Blutzuckerregulation kommen. Hinzu kommt, dass die typischen körpereigenen Warnzeichen nicht wahrgenommen werden.

Der einsetzenden Bewusstseinstrübung wird als Ursache oftmals nur der C2-Konsum zugeschrieben, die Hypoglykämie droht übersehen zu werden.

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