Notfall im Klassenzimmer[EH-Erweitert-SanA/B]

Notfallszenarien für Ersthelfer bis Rettungsdienstmitarbeiter.

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22.12.2011, 13:23
Wie hoch ist die Prävalenz von Diabetes insipidus und Diabetes renalis im Vergleich zu der von Diabetes mellitus?
Mein Verein: DLRG
Meine Ausbildung: Sanitäter und Wasserretter

22.12.2011, 18:12
Original von Max
Wenn ich dem Disponenten sage, was er mir schicken soll (was ja sein Job und nicht meiner ist) sollte ich mir schon sehr sicher sein - und eine fünfminütige Bewusstlosigkeit mit spontaner Besserung würde ich nicht sicher auf eine Hypoglykämie schieben und "nur" einen RTW anfordern.

Ja natürlich, die Frage ist aber wie ich schon geschrieben hatte, ob die Patientin wirklich 5 Minuten weg war oder ob vom Fallbeispielersteller nicht eher eine Synkope dargestellt werden sollte und z.B. auch die Sauerstoffsättigung "willkürlich" gewählt war. Grundsätzlich macht es in meinen Augen jedenfalls wenig Sinn dem Disponenten erstmal Vitalwerte um die Ohren zu hauen, die kann ich ihm auch auf Nachfrage mitteilen, wenn er seinerseits abfragt, ob eine NEF-Indikation vorliegt.

Grüße
Berliner Schildkröte
High-water Food Service
Private Coffee, 3. preußisches Sanitätsgeschwader Berlin

25.12.2011, 00:31
Also ich teile dem Disponenten möglichst viele konkrete Informationen in kurzer Zeit mit. Da die Werte vorlesen recht schnell geht, gehört das für mich dazu, wenn dabei was markantes ist wie hier der BZ.

Was ich jedoch sein lassen würde, ist speziell ein Rettungsmittel anzufordern. Das ist nicht eure Aufgabe und dafür ist der Durchschnittssani auch garnicht befugt. Was der Dispo euch schickt, wird er aufgrund der geschilderten Lage entscheiden und nicht aufgrund einer besonderen Vorliebe des Schulsanitäters.
Ich bin als Rettungsschwimmer geboren, mit Wasser gestillt und aufgezogen! Hurra!:P

leverkusen.dlrg.de
www.drk-lev.de

25.12.2011, 09:08
Es wird lediglich nur das wichtigste mitgeleilt, eine kurze Übersicht der Lage, kurze Beschreibung der Verletzungenund das war´s. Und wenn ich "zu Hause" bin, sprich im Kreise der FEZ/ILST dann erkundige ich mich, was kommt. Wobei letzteres oft von selbst kommt.
Wir werden aus den schönsten Träumen gerissen,
um so manchen Alptraum zu erleben.

Tauchen - Klettern - Geocaching - Feuerwehr

25.12.2011, 10:31
Original von LevSani
Also ich teile dem Disponenten möglichst viele konkrete Informationen in kurzer Zeit mit. Da die Werte vorlesen recht schnell geht, gehört das für mich dazu, wenn dabei was markantes ist wie hier der BZ.


Klar kann man das machen. Aber versuche doch mal mit einem Mitschüler folgendes Experiment durch:

Ein Mitschüler soll mal den Disponenten spielen und Du bist der Anrufer, der eine Meldung macht, so wie Du es propagierst. Danach lass Dir mal erzählen, was sich Dein Gegenüber davon merken konnte. Der echte Disponent wird nun während des Gesprächs noch andere Tätigkeiten durchführen, also Anlegen des Einsatzes, Eingeben des Einsatzortes etc.. Er wird also filtern müssen und ich wette, dass er Details wie Blutdruck oder BZ überhaupt nicht wahrnimmt.

Es geht nicht darum, möglichst viel zu sagen, sondern darum, Informationen zu übermitteln.
Es ist Dein Recht, Waffen abzulehnen. Es ist Deine Freiheit, nicht an Gott zu glauben. Aber wenn jemand in Dein Haus einbricht, sind die ersten beiden Dinge, die Du tun wirst: Jemanden mit einer Waffe rufen und beten, dass er rechtzeitig da ist.

25.12.2011, 18:32
Wenn ein Wert im totalen Normbereich liegt, ist es natürlich unnötig ihn beim Notruf anzugeben. in diesem Fall ist der BZ allerdings so niedrig, dass davon ausgegangen werden kann, das die Patientin an Hypoglykämie leidet. Somit ist der Wert für die weitere Behandlung relevant und ich würde ihn auch bei dem notruf angeben.
Ein an der Mosel gestrandeter Rheinländer

Ausbildungsstand: Füllt in Schriftgröße 12 eine ganze DIN A Zeile :)

25.12.2011, 19:36
Also ich hab die Erfahrung gemacht, dass man bei der hiesigen Leitstelle das Gespräch erheblich verkürzen kann, wenn man nach der Adresse ein Notfallstichwort, Geschlecht und Alter des Patienten nennen kann und welche(s) Rettungsmittel man benötigt. Damit umgeht man teilweise die sehr allgemeinen Fragen des standardisierten Notrufabfrage-Protokolls und spart ggf. auch eine Diskussion, ob wirklich ein Rettungsmittel benötigt wird (siehe auch).

Wenn man als Sani in der Lage sein soll zu entscheiden, ob ein Notruf nötig ist, dann wird man wohl auch begrenzt in der Lage zu entscheiden, welche Rettungsmittel benötigt werden. Zumindest bei einfachen chirurgischen Verletzungen wird man ja wohl entscheiden können, ob man nur einen qualifizierten Transport braucht (wo vllt. auch ein KTW ausreichen würde, den es aber z.B. in Berlin oder Hamburg über die ILS gar nicht gibt) oder ob man eben einen Notarzt braucht. Letztendlich entscheidet der Disponent ja sowieso nach der Lage, die man ihm schildert und wenn sofort klar ist, dass man einen Notarzt benötigt oder eben nicht, dann kann man seine Einschätzung ja auch mitteilen. Der Disponent wird sich i.d.r. durch gezielte Nachfragen sowieso vergewissern, ob man ein NEF benötigt und dann kann man ihm ja z.B. auch die Vitalparameter mitteilen.

Wenn man dem Disponenten "Hypoglykämie" als Stichwort nennt, dann wird er sich wohl darauf verlassen und vermutlich eher nicht den Wert wissen wollen.

Grüße
Berliner Schildkröte
High-water Food Service
Private Coffee, 3. preußisches Sanitätsgeschwader Berlin

25.12.2011, 21:10
Ohje mein unrühmliches Gastspiel in der Hauptstadt hatte ich ja schon fast verdrängt. :(
Ein an der Mosel gestrandeter Rheinländer

Ausbildungsstand: Füllt in Schriftgröße 12 eine ganze DIN A Zeile :)

25.12.2011, 21:24
Ich hab mich nochmal ein bisschen umgehört, scheint wohl doch öfter vorzukommen, dass die Leidstelle mit den Anrufern länger diskutiert, wenn da nicht sofort eindeutig klar ist, warum die den Rettungsdienst schicken sollen. ;)
High-water Food Service
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