Beutelbeatmung üben

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21.01.2020, 09:13
Hallo.
Ich bin als Mobiler Retter aktiv, weshalb ich vermutlich des öfteren mal in die Situation kommen werde, jemanden vor Eintreffen des RDs reanimieren zu müssen. Ich würde mir eigentlich gerne dafür einen Beatmungsbeutel zulegen. Allerdings wissen wir ja alle, dass die Beutelbeatmung an der Puppe nicht mit einem echten Patienten vergleichbar ist. Ich bin SanH, weshalb ich im Rahmen meiner medizinischen Ausbildung noch keine Möglichkeit hatte, an echten Patienten zu üben.
Da ich allerdings den Beutel nicht im Notfall einsetzen möchte, ohne das vorher mal geübt zu haben, habe ich mich gefragt, ob es irgendwie eine Möglichkeit gibt, die Beutelbeatmung zu üben. Im Rahmen des Krankenhauspraktikums bekommen ja zum Beispiel die NotSans im OP die Möglichkeit, das zu üben. Denkt ihr, es gibt auch Wege, das als SanHelfer mal an einem echten Patienten unter Aufsicht zu üben? Soll ich da vielleicht einfach mal im Krankenhaus nachfragen, ob ich ein OP-Praktikum machen kann?
Ich habe leider keinen anderen Thread zu dem Thema gefunden. Vielleicht hat ja jemand von euch eine Idee für mich.
Liebe Grüße,
Fabian :)
Sanitäter in der DRK-Bereitschaft
Mobiler Retter

Außerdem Schulsanitäter und Mitglied im Jugendrotkreuz
21.01.2020, 21:17
Du kannst in deinen örtlichen Krankenhäuser ja mal versuchen, ein Anästhesie-Praktikum zu bekommen. Wirst zu 90 % jedoch an mangelnden Kapazitäten scheitern.
Zur Info:
in den neuen S1- Leitlinien zum Präklinischen Atemwegsmanagement wird beschrieben, dass man zum sicheren Beherrschen der Beutelmaskenbeatmung genauso viel Anwendungen an Patienten unter fachärztlicher Aufsicht / Supervision benötigt, wie zum Beherrschen der endotrachealen Intubation. Und das sind 100 Maskenbeatmungen, und dann jährlich 10 Wiederholungen.
Zudem wird den weniger geübten empfohlen auf den Doppel-C-Griff bzw den modifizierten Doppel-C-Griff anzuwenden.
Wenn du alleine am reanimieren bist, kannst du den Beatmungsbeutel vergessen, da du viel zu lange Hands-off-Zeiten hast. Somit wäre eine Taschenmaske viel sinnvoller.
21.01.2020, 21:23
Danke für deine Antwort.
Ich werde auf jeden Fall mal im Krankenhaus nachfragen. Das mit der Reanimation sehe ich genauso. Lieber mit Mund beatmen und dafür richtig, als mit Maske und dann falsch.
Liebe Grüße und noch einen schönen Abend.
Zuletzt geändert von SchneiderF am 21.01.2020, 23:13, insgesamt 1-mal geändert.
Sanitäter in der DRK-Bereitschaft
Mobiler Retter

Außerdem Schulsanitäter und Mitglied im Jugendrotkreuz
21.01.2020, 21:51
Taschenmasken und Beatmungstücher sind gute Ersthelfer-Alternativen.
Viele Ersthelfer-App-Gruppen geben deswegen nur Taschenmasken raus.
21.01.2020, 23:11
Ja, wir haben auch alle ein Beatmungstuch bekommen.
Es kann aber natürlich auch auf Sanitätsdiensten immer mal passieren, dass man einen Patienten beatmen muss. Und da ist natürlich dann auch gut, wenn man mit seinem Material umzugehen weiß.
Sanitäter in der DRK-Bereitschaft
Mobiler Retter

Außerdem Schulsanitäter und Mitglied im Jugendrotkreuz
22.01.2020, 07:11
Du darfst draußen das verwenden, was du sicher anwenden kannst. Wer mit dem Beatmungsbeutel nur am Phantom geübt hat, kann dies nicht von sich behaupten.
Deswegen sollen sich mal viele Bereitschaften darüber Gedanken machen, was sie ihren Helfern antun.
22.01.2020, 07:58
Sehe ich genau so
Sanitäter in der DRK-Bereitschaft
Mobiler Retter

Außerdem Schulsanitäter und Mitglied im Jugendrotkreuz
22.01.2020, 10:31
Zum einen - ich finde es gut, dass Du deine Grenzen erkannt hast und nicht per se davon ausgehst, die BVM-Beatmung zu beherrschen, weil es am Phantom klappt und auch hier durch ein Praktikum es besser erlernen möchtest.

Allerdings halte ich es für sehr schwer, "einfach so" mal in der Anästhesie zu hospitieren und an den Patienten zu üben.

Auch im Krankenhaus steigen die Auflagen durch QM, rechtliche Rahmenbedingungen und natürlich auch für juristische Absicherung, so dass man es kaum jemandem ermöglichen wird, in einem sensiblem Bereich (OP) ohne entsprechende Ausbildung, Praktikantenvertrag, Belehrungen etc. einzusetzen - zum einen um die Patienten und deren Daten zu schützen (Hygiene, Schweigepflicht...), zum anderen aber auch, um den Hospitanten zu schützen (Infektionen, ionisiernde Strahlung...).

Am ehesten wird es noch über persönliche Kontakte an einem relativ kleinen Krankenhaus zu schaffen sein, oder halt über den Weg des Rettungssanitäters, wo ein entsprechendes Praktikum dann vorgesehen ist und halt auch über die RD-Schule entsprechene Rahmenbedingungen geschaffen werden.
22.01.2020, 11:15
Danke für deine Antwort, Markus!
Ich habe mich auch auf ein FSJ im RD beworben, wo ich auch den RS mache. Allerdings weiß ich leider noch nicht, ob ich angenommen werde. Aber wenn es klappt werde ich ja spätestens da die Möglichkeit bekommen, zu üben. :)
Sanitäter in der DRK-Bereitschaft
Mobiler Retter

Außerdem Schulsanitäter und Mitglied im Jugendrotkreuz
22.01.2020, 21:42
Erhoffe dir vom KH-Praktikum für den RS nicht zuviel. Zumal es seit diesem Jahr nur noch 2 Wochen sind. Dh, du wirst an den invasive Maßnahmen mal etwas schnuppern, jedoch sicher können wirst du danach nichts.
28.01.2020, 16:35
Dumpfbacke hat geschrieben:Erhoffe dir vom KH-Praktikum für den RS nicht zuviel. Zumal es seit diesem Jahr nur noch 2 Wochen sind. Dh, du wirst an den invasive Maßnahmen mal etwas schnuppern, jedoch sicher können wirst du danach nichts.

Das kommt echt aufs Krankenhaus an. In meiner Heimatstadt ist den RS immer noch erlaubt, die OP-Einleitung unter Aufsicht durchzuführen. Da machst du dann auch mal 5-10 am Tag in den zwei Wochen OP. In der ZNA in den folgenden zwei Wochen legst du auch PVKs ohne Ende.
"Wir essen jetzt Opa!"
Satzzeichen retten Leben!
28.01.2020, 17:05
@ lafidi
Die RS-Ausbildung wurde umgebaut.
Jetzt ist die Theorie insgesamt 6 Wochen, das KH-Praktikum 2 Wochen und das Rettungswachenpraktikum 4 Wochen, und danach die Prüfung.

Und je nach Anästhesist kann man viel machen dürfen oder gar nichts.
28.01.2020, 20:58
Hängt sehr von den Umständen ab. Gut sind kleine Krankenhäuser mit hohen Zahlen und gesunden Patienten. Schlecht sind lange OPs, viele Privatpatienten und abdominale Eingriffe. Interesse zeigen ist gut, nur invasive Sachen machen wollen schlecht.


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